Frankfurter Grüne Soße mit gekochten Kartoffeln und halbierten Eiern, mit schwarzem Pfeffer bestreut.

Frankfurter Grüne Soße

wieder die sieben frischen Kräuter für dieses Rezept zu bekommen!

Frankfurter Grüne Soße ist eine klassische Spezialität aus der Region Frankfurt am Main. Traditionell gehören sieben Kräuter hinein: Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Kresse, Pimpernelle, Sauerampfer und Borretsch. Die Kräuter werden fein gehackt und mit saurer Sahne, Joghurt, Schmand, Mayonnaise oder Quark vermischt. Wie so oft bei traditionellen Gerichten hat dabei jede Familie ihr eigenes Rezept.

Klassisch wird Grüne Soße mit gekochten Kartoffeln und hartgekochten Eiern serviert. Sie schmeckt aber auch wunderbar als Dip zu Gemüse oder einfach mit frischem Brot.

Je nachdem, wo ihr wohnt, kann es allerdings etwas schwierig werden, alle sieben Kräuter zu bekommen. In Hessen und Teilen Süddeutschlands findet man die fertigen Kräuterbündel im Frühjahr auf vielen Wochenmärkten, traditionell in Papier eingeschlagen. Hier im Norden sieht das schon anders aus. Zum Glück gibt es in Hamburg einige gut sortierte Wochenmärkte, auf denen man im Frühjahr ebenfalls Bündel mit den sieben Kräutern bekommt. Ein solches Bündel kostet meist um die fünf Euro.

Manchmal findet man die Kräutermischung auch tiefgekühlt in gut sortierten Supermärkten. Und wenn das alles nicht klappt, bleibt immer noch die Möglichkeit, die sieben Kräuter selbst zusammenzustellen. Der Aufwand lohnt sich!

Vorweg zur Einstimmung ein hessisches Rezeptgedicht 😉

Grie Soß gibts heut zum Middaachesse
mit siwwe Kräuder, all aus Hesse.
Borretsch, Schniddlauch sinn debei
Pimbinell kimmt aach enei,
eweso e Porzjon Kresse.
Saueramfer net vergesse!
Dann noch Kerwel, Pedersillje:
E Festmahl fer die ganz Famillje.

Gebraucht wern fer drei, vier Persone
dreihunnert Gramm, dann duht sischs lohne.
Des Griezeusch is ja net so deier.
Als neeschsdes, hadd gekocht, zwaa Eier,
en Leffel Eel, en Leffel Essisch
– so schbrischt mer des korreggt uff hessisch –
zwaa Zwiwwele muss mer dann scheele,
die derfe in der Soß net fehle,
e bissi Jogurt, sauer Sahne
sieße Sahne brauch mer kaane,
zum Schluss noch Zugger, Peffer, Salz.
Des reischt. Mehr brauch mer keinesfalls.

Jetz Kräuder, Zwiwwel, feigehackt,
in e groß Schissel neigepackt,
un Salz un Peffer druffgeschdreut.
Dann lesst mer – nur Geduld, ihr Leut! –
des ganze Zeusch mitsamt de Brieh
e Schdundlang odder zwaa dorschzieh.

Die Eier hackt mer dann schee klaa
un gibt se schbeder aach noch draa.
E bissi Salz un Zugger noch dezu?
Je nach Geschmack. Un dann is Ruh.
Mein Abbedidd is RIESEGROSS:
Jetz gibts Gequellde mit Grie Soß.

Hier nochmal auf Hochdeutsch:

350-400 gr Kräutermischung für Frankfurter grüne Soße, am besten frisch

oder folgende Kräuter:
50 gr Pimpinelle
50 gr Petersilie
50 gr Kresse
50 gr Schnittlauch
50 gr Borretsch
50 gr Sauerampfer
50 gr Kerbel

400 gr saure Sahne
500 gr Naturjoghurt
1 Teel Salz
1 Essl Senf
1 Teel Zucker

Etwas Öl und Essig
etwas Pfeffer
6 hart gekochte Eier
Pellkartoffeln (Gequellde) nach Belieben 😁

Zunächst die Kräuter sehr fein hacken oder nach traditioneller Art durch den Fleischwolf drehen (wer einen hat).

Die Eier hart kochen, pellen und mit der Eierharfe in kleine Würfel schneiden.
Wer mag, kann die Eier auch im Ganzen dazu servieren.

Dann einfach alle Zutaten zusammen mit den gehackten Eiern in einer großen Schüssel gut durchmischen.

Seid stark, denn jetzt kommt der schwere Teil: Lasst die Soße mindestens eine Stunde lang durchziehen, bevor ihr sie genießt. So entfalten die Kräuter ihr ganzes Aroma. 😏

Wenn es dann endlich so weit ist, gibt’s heiße Pellkartoffeln dazu.

Nen Guude.

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